Bildliches und Poetisches

…und wir bleiben nicht untätig!

Wir freuen uns, dass sich Bürger des Oberlandes zur Verfügung gestellt und uns gestattet haben, ihre Meinung zum Erhalt der Stadthalle in kurzen Videoclips zu veröffentlichen. Angeschaut werden können diese Videos auf unserem ofenfrischen Youtube-Channel. In Kürze werden weitere Videos hinzukommen.

Unser Mitstreiter Dieter Wolfram hat dem Kulturhaus ein Gedicht gewidmet. Wir danken herzlichst und wollen es natürlich niemandem vorenthalten:

Ich — das Kulturhaus Bad Liebenstein — muss wirklich einzigartig sein

Meine Geburt war gewollt, vielleicht für die Bürger zur Beruhigung gedacht,
denn das Heinrich-Mann-Sanatorium wurde für die DDR-Regierungsmitglieder auf neuesten Stand gebracht.
Alle Bürger freuten sich auf mich in Bad Liebenstein:
Ich sollte für sie hier einzigartig sein.

Menschen kamen zu mir von Nah und Fern,
Ich war einzigartig, deshalb hatten sie mich gern.
Als Roy Black auf der Bühne stand,
waren die Frauen außer Rand und Band.
Zu Pfingsten ’83 war’s — viele Besucher kamen — was für ein Fest!
Ich war eine Begegnungsstätte für Ost und für West;
Kapelle Schatz spielte, um 1.00 Uhr ging der Vorhang zu.
Eine Frau gab 20 Westmark, der Vorhang öffnete sich wieder im Nu für die „Geisterreiter“-Melodie, Die solange die Kapelle tat spielen, bis Restaurantleiter Udo Weigel den Stecker ließ ziehen.
Schade! Ich fand, das war ziemlich gemein.
Trotzdem war ich stolz, als Begegnungsstätte einzigartig zu sein.

Die deutsche Einheit kam – gleiches Geld – andere Preise.
Ich rechnete mich für die Stadtverwaltung in keinster Weise.
Man hat mich vernachlässigt, ich weiß nicht für wen,
Man ließ mich einfach im Regen stehn.
Ich wurde immer mehr von innen nass.
Wer mich liebte, wollte helfen — keiner von den Stadtvätern wollte das.
Die guten Brocken wurden mal unter der Hand rausgetragen,
Mit dem durchnässten Müll und Sperrmüll muss ich mich rumplagen.
In den Rathäusern wird jeden Tag gekehrt;
Bin ich denn überhaupt nichts mehr wert?

Mit mir wird gerne „Schwarzmalerei“ gemacht.
Die wenigsten Räume sehen so aus, wie’s in den Bildern in die Zeitung wurde gebracht.
Büro- und Umkleideräume könnte man nach Austrocknung im strahlenden Glanz wieder sehn.
Im großen Küchentrakt könnten auch in kurzer Zeit Räume für die Stadtverwaltung entstehn.
Mein Grundstück tut angeblich Investoren nur für Neubauten locken
Und zum Schluss bleibt Bad Liebensteins Verwaltung auf den alten, nichts groß in die Kasse bringenden Denkmälern hocken.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass all meine Fans mich hier lassen zum Abriss allein
Und sich nur noch in ihrem Garten die Rostbratwurst schieben rein.

Das wäre das Ende Eurer DDR-Bürger-Mentalität.
Leute wacht auf, sonst ist es zu spät!
Wäre ich wieder Begegnungsstätte, das wäre fein
Ich könnte doch nicht nur Kultur- sondern auch Rathaus im Zentrum sein. Denn: rechnen tut sich das,
Ich wär von innen nicht mehr nass.

Wer sein Eigentum im Müll lässt sterbeln,
Will oder wird es dann an einem lachenden Investor für einen Euro verscherbeln.
Jeder, der auf seinen Besitz etwas hält,
Will, wenn er ihn verkauft, ordentlich Geld.
Also müsste man den Müll in mir erst einmal wie damals die guten Brocken raus tragen,
Damit für die Stadtverwaltung viel Geld beim Verkauf zu Buche würd’ schlagen.
Scheinbar strebt man den einen Euro an.
Ich sehe jedenfalls nicht, dass man geht ans Aufräumen ran.

Meine Fans, helft mit, dass ich wieder wie früher einzigartig werde sein!
Investoren kann man integrieren ins Umfeld hinein.
Lässt der Stadtrat meinen Abriss zu,
Kommen meine Fans zur großen Trauerfeier im Nu.
Zieht er aber mit ihnen gemeinsam an einem Strang
Dauert es bis zum Eröffnungsfest nicht mehr lang.

Wie groß meine Fangemeinde ist, will ich an einem Beispiel sagen:
Eine Bürgerin aus Bad Salzungen schickte der Bürgerinitiative Kulturhaus ein Sparschwein vor ein paar Tagen.
Meine Fans steh’n in der Spur und wollen mich erhalten,
Also Stadträte: Gehirn einschalten!