„Eine Zensur findet nicht statt“ (Grundgesetz der BRD, § 5)

Die Linke im Altensteiner Oberland bemängelt in einem Facebookeintrag unter dem Titel „Südthüringer Zeitung & Freies Wort: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ die gesteuerte Meinungsmache durch die CDU. Beispiele seien

„Das Nichtveröffentlichen von Pressemitteilungen, das Frisieren von Leserbriefen durch Weglassen von Kritik, das Verschweigen von Aussagen aus Stadtrats- und Ortsteilratssitzungen sowie das Verdrehen und Vernebeln von eindeutigen Aussagen und Problemlösungsansätzen.“

Auch wir stellten fest, dass dies bei Leserbriefen gezielt passiert, wie man u. a. an den beiden folgenden Beispielen aus in der Südthüringer Zeitung bzw. im Freien Wort sehen kann. Wir danken den Leserbriefschreiberinnen herzlich für ihre Erlaubnis, die Briefe hier veröffentlichen zu dürfen:

Leserbrief von K. Bodenstein, Bad Liebenstein [PDF]
Leserbrief von Cosima van Tutti, Bochum [PDF]

Der erste Brief ist jeweils die Originalversion, rechts das, was die Zeitungsreaktion in der Lage war zu verstehen veröffentlichte. Markiert sind die Teile, die weggelassen oder geändert wurden. Wir haben ja wirklich jedes Verständnis für das Berichtigen von Orthographie- und Typologiefehlern, doch so manches hier war unserer Meinung nach mehr als eine Rechtschreibkorrektur …

Das fanden auch die Bochumer Schreiber und beschwerten sich in aller Form bei der Südthüringer Zeitung, dass alle berechtigte und nicht beleidigende Kritik an Bürgermeister Brodführers Worten gestrichen wurde. Die Richtigstellung durch den Chefredakteur der Südthüringer Zeitung, Dr. C. Witzel, folgte auf dem Fuße:

„Wie Sie den unter Ihrem Leserbrief veröffentlichten Richtlinien unserer Zeitung entnehmen können, behält sich die Redaktion – wie jede andere Tageszeitungsredaktion auch – das Recht auf Kürzung vor (und auch hier ist eine Kennzeichnung mit […] in der Branche nicht üblich – es ist eben keine wissenschaftliche Arbeit). Der abgedruckte Text überschreitet unsere hausinternen Regelungen längenmäßig sogar. Und dass “der eigentliche Sinn nicht mehr erkennbar ist”, kann ich nicht sehen.“

Die Umwandlung der Kritik am Bürgermeister in eine Lobrede ist also keinesfalls eine Verzerrung des Sinns. Das ist gut zu wissen. Wir danken Herrn Dr. Witzel für diese wertvolle Erweiterung unseres Horizonts.