Der Bürgermeister besucht Werra-Blitz

Unser Initiativenmitglied Jürgen Schmidt empfing heute den Bürgermeister Dr. Brodführer in seiner Firma. Hier ist der Bericht:

Heute fand nun das Gespräch mit Herrn Bürgermeister Dr. Brodführer von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr statt. In Kürze die Zusammenfassung unseres Gesprächs bzw. die Ergebnisse: Nach einer Besichtigung unseres Betriebes und den Austausch einiger allgemeiner Gedanken kommen wir nach eingehendem Meinungsaustausch zu folgenden Ergebnissen bzw. sind folgende Fakten festzuhalten:

  1.  Das Kulturhaus mit Areal wurde entsprechend des Stadtratsbeschlusses im Staatsanzeiger veröffentlicht. Es sollen sich Investoren finden, welche ihre Konzepte vorstellen, über deren Annahme schließlich der Stadtrat zu befinden hat.
  2. Es erscheint sinnvoll, die Diskussion auf sachlicher Ebene zu halten, insbesondere persönliche Angriffe auf Stadtratsmitglieder zu unterlassen. Hier habe ich einwenden müssen, dass es sich bei den Interessierten am Erhalt des Kulturhauses um eine „lose Formation von Bürgern“ mit unterschiedlichen Sichtweisen und Anschauungen handelt und wir keinerlei Einfluss darauf nehmen können, wie sich diese artikulieren. Beide sind wir uns dahingehend einig, dass es sinnvoll ist, Spannungen herauszunehmen; jedoch sind hier beide Seiten gefragt.
  3. Wir haben die Lösungswege, insbesondere die Möglichkeiten des Engagements eines evtl. zu gründenden Fördervereins (finanziell, Arbeitsleistung für Notsicherung wie Dachabdichtung, Fassade usw.) diskutiert, wobei der Bürgermeister einem weiteren Förderverein kritisch gegenübersteht, da es schon einige Fördervereine gebe. Bad Liebenstein habe eben zu viel derer Baustellen. Ich habe ihm u. a. zu verstehen gegeben, dass sich ein Bürgermeister über das Engagement von Bürgern und Fördervereinen eigentlich glücklich schätzen könne; z. B. das Kurtheater ohne seinen Theaterförderverein möglicherweise auch schon außer Betrieb wäre. Im konkreten Beispiel Kulturhaus könne nur unter der Voraussetzung, dass das Areal in kommunaler Hand bleibt, ein Förderverein gegründet werden, der sich neben Arbeitsleistungen auch finanziell wirksam einbringen könne. Dazu müsse aber der vorliegende Beschluss revidiert werden bzw. der Verkauf an Privat unbedingt unterbleiben. Inwieweit das möglich ist, musste offen bleiben.
  4. Herrn Dr. Brodführer habe ich u. a. die Niederschrift von unserem ersten Treffen (19.2.2014) übergeben. Hier ist nachzulesen, dass wir schon seinerzeit die Ansiedlung des Rathauses im Kulturhaus favorisiert haben. Seine Frage, ob es der jetzige Baukörper sein müsse oder ein Neubau akzeptabel sei, habe ich klar beantwortet in dem Sinne, dass es sich hier um ein Stück unserer Geschichte handelt und Ideologie fehl am Platze ist, wie Ideologie zu allen Zeiten hemmend und nicht förderlich war. Darüber hinaus ist das Gebäude wie schon dargelegt sehr durchdacht konzipiert und für unsere Idee der zentralen Verwaltung geeignet. Den Einwand des Bürgermeisters, das Gebäude sei für eine Verwaltung weder konzipiert noch geeignet, hoffe ich, ausgeräumt zu haben, indem ich ihm die Bauweise, Gestaltung und Aufteilung des Gebäudes erläutert habe. Schließlich konnte er unsere Argumentation, dass die beiden jetzigen Rathäuser mittel- bzw. langfristig sanierungs- bzw. umbaubedürftig sind, nicht entkräften. Weiter habe ich ihm unser letztes Infoblatt übergeben, worin wir unsere Ziele und Ideen konkretisiert haben.
  5. Auf unseren Einsatz und die „interkommunale Zusammenarbeit“ sind wir ebenfalls eingegangen. Meine Auffassung, dass mit Zusammenarbeit mehr zu bewegen und diese auszubauen ist, sah er eher skeptisch – was ich einfach nicht nachvollziehen kann. Ich erläuterte ihm an Beispielen, wie wir in der Wirtschaft uns sogar als eigentliche Konkurrenten unterstützen, aber mein Eindruck bleibt, dass im Kommunalbereich hier noch sehr viel Umdenken vonnöten ist. Das zeigen wohl auch die Beispiele, wie schwierig Fusionierungen sind. Die Umsetzung unserer Ideen wäre eine Bereicherung für die gesamte Region.
  6. Ich habe Herrn Dr. Brodführer über mein Gespräch mit Herrn Architekten Hess informiert und darum gebeten, dass ich gemeinsam mit Herrn Hess die Stadthalle besichtigen darf. Das hat Herr Dr. Brodführer zugesagt. So werde ich mich um einen Termin bemühen. Weiter werde ich mich bemühen, dass die Besichtigung vor unserem nächsten Treffen am 10.10. im Hotel Herzog Georg stattfindet und Herr Hess daran teilnimmt. Herrn Dr. Brodführer habe ich zu diesem Treffen eingeladen und hoffe, dass das alles so funktioniert. Herr Dr. Brodführer hat auf seinen gefüllten Terminkalender und die vielen Verpflichtungen der Vereinsarbeit verwiesen; hat aber zugesagt, zumindest ein einem Treffen teilzunehmen. Deshalb werde ich meine Einladung für den Fall, dass Herr Architekt Hess kommt, nochmal bekräftigen.